Luis Fiedler gewinnt NRW-Meisterschaft für den VfL Engelskirchen

Leichtathletik, Verein

Formkurve des 16-jährigen Gehers zeigt weiter steil nach oben

Düsseldorf. „Im zweiten Wettkampf gleich den ersten Titel einzusammeln, ist sicherlich nicht der schlechteste Start in eine neue Sportart“, kommentierte Klaus Füchtler, Leichtathletik-Trainer beim VfL Engelskirchen, die Leistung von Luis Fiedler im 5.000 m Finale der U18-Bahngeher bei den NRW-Meisterschaften am 05.02.2022. Und fügte hinzu: „Wenn daraus eine Serie werden soll, muss ich allerdings unbedingt noch einen Vorbereitungs-Wettkampf an Land ziehen – dann wären die Deutschen Meisterschaften im Straßengehen im April wieder ein ’zweiter’ Wettkampf…“

Fiedler, der im Spätsommer 2021 entschieden hatte, sich ganz auf die für ihn ungewohnte Sportart Gehen zu konzentrieren, hatte in den ersten fünf Monaten der neuen Laufbahn einige Herausforderungen zu meistern: das Erlernen einer komplett neuen Technik (bei der jeder falsche Schritt mit einer Verwarnung geahndet wird), das Automatisieren dieses Bewegungsablaufs sowie den Aufbau eines wettkampffähigen Tempos – und das alles bei gleichzeitiger überproportionaler Steigerung des Trainingsvolumens.

Wie gut Fiedler seine Hausaufgaben gemacht hatte, stellte er bei den NRW-Meisterschaften eindrucksvoll unter Beweis. Ebenso wie bei seinem ersten Wettkampf Mitte Dezember fand auch dieses Mal keiner der Gehrichter den geringsten Anlass zur Beanstandung seines Geh-Stils. Und nur knappe acht Wochen Training genügten ihm, um seine persönliche Bestzeit über 3.000 m klar zu pulverisieren: während im Dezember die Uhr noch bei einer Zeit von 17:23 Minuten stehen blieb, durcheilte Fiedler die 3.000er-Marke dieses Mal schon bei 16:19 Minuten – und hatte im Gegensatz zum Dezember nach dieser Strecke keineswegs Feierabend, sondern musste noch weitere 2.000 m bewältigen.

Fiedlers Technik hatten Trainer und Athlet noch Ende Dezember beim Analyse-Review unter Einbeziehung von Film-Aufnahmen verschiedener Olympia-Veranstaltungen gecheckt: „In puncto Technik können wir zudem dankenswerterweise auch auf die klasse Expertise der Landestrainerin Aina Mokrikow-Warnt zurückgreifen, die mehrfache Deutsche Meisterin und WM-Teilnehmerin ist“, erklärte Füchtler, für den bei allem Stolz auf den Erfolg seines Schützlings allerdings ein Wermutstropfen übrig blieb: „Wir hatten einen Matchplan gefixt, der die Schallmauer von 27 Minuten über die 5.000 m zum Ziel hatte, aber das hat noch nicht geklappt. Luis lag zwar bis Runde 16 auf Zielkurs, aber die restlichen 9 Runden haben gezeigt, dass das Ziel heute eine Spur zu ehrgeizig war. Am Ende zeigte die Uhr ein Resultat von 27:48 Minuten. Aber ich kenne Luis und ich weiß: nächster Start heißt nächste Attacke!.“

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